Freitag, 20. Oktober 2017

Herbst am See im Hoodie

Am letzten Wochenende unternahmen das Herzblatt und ich einen Ausflug. Wir wollten im Landschaftsschutzgebiet die herbstliche Natur fotografieren. 

Für Wald und Feld braucht es die richtige Kleidung und so konnte das Herzblatt direkt den neuen Hoodie ausführen, den ich ihm genäht habe. 


Der gestreifte Stoff ist neu gekauft, der graue Sweat schlummerte schon ewig im Lager (der nächste Stichtag in der Stoffbilanz naht, da muss noch was geschafft werden)

Angekommen am See erwarteten uns schöne Farben und goldene Oktober-Sonne. 



Der Hoodie basiert auf einem Schnitt von Pattydoo. Ich habe den Rumpf um 6 cm verlängert. Die Kapuze bzw. die Halslinie könnte etwas halsnäher liegen. Ansonsten passt Gr. XL hier sehr gut. 




Der Streifenstoff war knapp, denn er lag nur 1,20 m breit und ich hatte 1 Meter Länge gekauft. Das Stück ist vollständig aufgebraucht, nicht mal mehr eine Tasche hat es gereicht. Dieser Umstand wurde sogleich moniert und für das nächste Exemplar unbedingt eine Tasche angemahnt. 


Ansonsten hat der Hoodie das Zeug zum Lieblingsteil. Und ich glaube ich brauche auch so ein lässiges Kleidungsstück. 


Stoffverbrauch für den Hoodie: 1,70 cm. Die Kapuze ist gedoppelt, das frisst ganz schön Stoff. 


Hier wird voller Einsatz für schöne Fotos gezeigt. Bis zum Oberschenkel stand der Herr im Wasser - ja, ja die richtige Perspektive ist fast alles ;-) Immerhin wurden Mücken wirksam mit der Kapuze abgewehrt, so dass volle Konzentration auf das Motiv möglich war.


Einige meiner Fotos vom herbstlichen See möchte ich Euch nicht vorenthalten. 





Ich stieg zwar nicht ins Wasser, zwängte mich jedoch durch dorniges Gestrüpp um die beiden Bänke auf dem Steg in Zentralperspektive aufs Bild zubekommen. 


Ok, Farbe habe ich auch..... (bin jedoch ein großer Schwarz-Weiß-Fan)




Ich drücke uns allen die Daumen für ein weiteres sonniges Wochenende!

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Durchs Städtchen / MMM

Für den Spaziergang am letzten Wochenende durch unser Städtchen hatte ich mich sonntagsfein gemacht. 

Mehrfach stoppten wir, um Fotos für den MMM zu machen. Die verwunderten Blicke anderer Passanten können wir inzwischen ganz gut ausblenden, erstaunlich welche Entwicklung man so im Laufe der Zeit durchmacht. 

Sonniges Wetter mit frischem Wind - da macht sich mein roter leichter Mantel aus beschichteter Baumwolle ganz wunderbar. 


Darunter trug ich meine neue Hose aus grauem Wollmischstoff. Bewährter Schnitt mit weitem Bein, vorderem RV, diesmal mit abgenähter Bügelfalte. Blauer Blazer, blaues Seidentuch - die Hose passt sehr gut in die Bürogarderobe. 

  im Hintergrund eines der ganz wenigen Häuser der Stadt, die bislang nicht saniert wurden. "Früher" sahen ganze Straßenzüge so aus, heute ist es ein seltener Anblick. Was für ein Glück


 Passend zur Hose und auch um einen Stoffrest sinnvoll zu verbrauchen, habe ich noch ein Shirt genäht. 
Pflaume mit grau. Der pflaumenblaue Romanitjersey ist der Rest von diesem Kleid.


 Die Ärmel muste ich aus anderem Stoff ansetzen, damit das Ganze nicht so zusammengesucht ausschaut, haben die Ärmel einen Racing-Streifen bekommen. 


Der Halsausschnitt ist mit Beleg gearbeitet, das hat bei diesem Stoff sehr gut funktioniert. 
Ich freue mich, dass der Stoffrest so eine gute Verwendung gefunden hat und ich nun ein schönes Shirt mehr im Schrank habe. 


Stoffverbrauch:
Hose 1,30 m Wollmischstoff, 1 m Futterstoff
Shirt 0,80 cm Jersey


Diese interessierte Fellnase hat genau geschaut was wir auf dem Bürgersteig so treiben. Jacken aus, Tasche abstellen, Fotoapparat raus .... usw.  so richtig sinnvoll scheint das in ihren Augen nicht zu sein ;-)


Ich freue mich auf den Bummel über das virtuelle Mittwochstreffen der Selbernäherinnen. Zum MMM Blog geht es hier entlang. Vielen Dank für die Organisation! Claudia zeigt heute eine Jacke mit "dramatischer Form".

Freitag, 6. Oktober 2017

Zeit zum kuscheln

Regen, Sturm, grauer Himmel - der norddeutsche Herbst ist mit voller Wucht angekommen. 
Schön, wenn man es sich bei solchem Mistwetter daheim gemütlich machen kann. 


Mein Kollege ist vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden und für das kleine Mädchen habe ich nun ein Set aus Kissen und Krabbel-Kuschel-decke genäht. 


Volle Ladung Mädchenfarben! Das hat echt Spaß gemacht beim Nähen. 
Kürzlich habe ich das Geschenk überreicht und die Eltern haben sich sehr gefreut und waren ganz perplex. 




Der "große Bruder" des kleinen Mädchen hat bei seiner Geburt ein buntes Kissen von mir bekommen, Decken standen da noch nicht auf meinem Nähplan.  Für den Dreijährigen nähte ich darum noch eine Kuscheldecke hinterher. Wegen der Gerechtigkeit und weil es einfach doof ist, wenn die Bayschwester dauernd Geschenke bekommt und der große Bruder nicht. 



Volle Ladung Jungsfarben. Auch das hat mir beim Nähen wieder viel Freude bereitet. 


Für die Rückseite der Decke kam ein Fleece mit Fußbällen zum Einsatz, den ich bei Ina im Frühjahr ertauscht hatte. Die Fußbälle haben beim Papa sofort Begeisterung ausgelöst und er wollte die Decke schon für sich reklamieren - tja die kluge Näherin baut vor und hat die Decke schon gelabelt ;-) 



Für die Stoffbilanz schlagen die Patchwork-Teile ganz ordentlich zu Buche. Das ist gut und auch gewollt, denn die vielen Baumwollstoffe aus dem Beginn meiner Nählaufbahn schrumpfen nun endlich dahin. Mein vorhandener Bestand reicht aber noch für weitere 3 bis 5 Decken. 

Verbrauch:

5,30 m für Mädchen-Decke 1,20 m x 1,20 m und Kissen 30 x 40 cm 
4,00 m für Jungs-Decke 1,45m x 1,40 m  

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! Macht es Euch gemütlich!

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Leichtes Shirt / MMM

Der MeMadeMittwoch hat heute Motto-Tag. Es geht um Details. 
Mein heutiges MeMadeMittwoch Outfits kann leider so gar nicht mir nähtechnischen Raffinessen aufwarten oder besonderen Details die gemeistert werden mussten. 


Das blau-bunte Shirt ist aus einem sehr leichten Viskosejersey den ich gemeinsam mit meiner Freundin in München beim Bogner Lagerverkauf erwarb. Der Schnitt ist von Burda, ein hoher Wasserfallkragen mit überschnittenen Schultern. 


Ich trug das Shirt beim kurzem Spaziergang am gestrigen Feiertag, bis uns ein Schauer erwischte und wir den Heimweg antraten. 

Der 3. Oktober ist für mich einer der wichtigsten Feiertage im Jahr. Ein Tag tiefer Dankbarkeit. Als der Einigungsvertrag am 3. Oktober 1990 unterschrieben wurde, war ich 18 Jahre alt. Jung genug, um die Chancen der neu gewonnenen Freiheit zu nutzen und die schwierigen Turbulenzen der Wendezeit wegzustecken.  
Ich konnte das Fachgebiet studieren, dass ich mir selber aussuchte (und nicht eine Planungskommission, die Bedarfe festlegte), an dem Studienort, den ich mir wählte.  Die Aufzählung ließe sich lange fortsetzen. Die Klostermauer auf den Fotos - restauriert aus Mitteln des Aufbau Ost. Und wenn ich mir meine Kleidung von gestern anschaue und überlege, was meine Mutter im Kleiderschrank hatte, als sie etwa so alt war wie ich heute - da liegen nicht nur Welten zwischen, sondern ein ganzes Universum.

Zwar gab es damals eine Nähmaschine bei uns daheim, die vorwiegend für Gardinen und kleine Nähreparaturen genutzt wurde. Aber Stoffe? Schnittmuster? Nähzubehör? - das war alles ziemlich schwierig zu bekommen. Die Grundlage für mein heutiges Hobby wurde dennoch zu dieser Zeit gelegt. Meine Oma nähte Kleinaufträge für die Nachbarschaft und bei ihr konnte ich sehen, welche Magie sich ergibt wenn aus einem Gewebe ein individuelles Kleidungsstück wurde. 

Zurück zum Shirt ohne nennenswerte Details ;-) Der blaubunte Druck fügt sich perfekt in meine Garderobe ein. Passt ins Büro und zu Jeans gleichermaßen. 


Auch wenn es langsam jahreszeitlich zu kühl für den leichten Flatterstoff wird, freue ich mich über jede Gelegenheit das Shirt anzuziehen. 


Dann bin ich gespannt, welche Details bei selbstgenähter KLeidung oder dem Leben der Selbernäherinnen es heute auf dem MMM Blog zu entdecken gibt. Vielen Dank für die Organisation!