Donnerstag, 16. November 2017

Ausstellung Jil Sander in Frankfurt

Anfang November besuchte ich die Jil Sander Austellung in Frankfurt am Main. Gezeigt wird die Ausstellung im Museum für angewandte Kunst - das finde ich sehr passend. 


Aufgemacht ist die Ausstellung mit bekannten Jil Sander Motiven - sie stammen allesamt aus einer Zeit, als die Designerin ihre Marke noch selber promotete bzw. die Parfüm-Linie der Marke. 
Im Jahr 1999 wurde das Unternehmen und die  Marke Jil Sander an Prada verkauft. Zwar war Jil Sander auch danach noch teilweise im Design der Marke tätig, das öffentliche Bild der Marke wurde jedoch nach und nach von ihrer Person gelöst. 

Den "eigenen Namen" zu verkaufen ist eine ziemliche Zäsur - dies auf der persönlichen Ebene wegzustecken ist sicher nicht immer einfach (unabhängig davon, ob der Verkaufserlös das alles erleichtert - es geht doch um ein Lebenswerk). Beim Verkauf der Marke war Jil Sander 56 Jahre alt - gegründet hatte sie ihr Unternehmen 1968 im Alter von 25 Jahren.




Ausstellungbereiche 
Die Ausstellung zeigt Design von Jil Sander aus verschiendenen Bereichen. Die Mode hat den größten Anteil, ganz klar. Es werden jedoch auch die Gebiete Architektur, z.B. in ihren Flag Ship Stores, Landschaft - ein Garten in Norddeutschland und die Parfüm-Serien betrachtet. 

Bei der Mode dominiert die Kleidung. Schuhe und Taschen werden auch gezeigt. 

Der Bereich Mode interessierte mich besonders - hier habe ich einige
Fotoimpressionen
mitgenommen. 

Herrenhemd mit verschiedenen Oberflächenstrukturen.


Neue Schulterlinie bei Herrensakkos.



Es wurde in der Ausstellung (zu) kurz erwähnt, dass auch die Stoffe für die einzelnen Kollektionen überwiegend im Hause Jil Sander entwickelt wurden. Die Stoffe für diese Mäntel finde ich sagenhaft schön.


Aufällig die Ärmelnaht am zweiteiligen Mantelärmel. Es muss nicht immer alles unsichtbar sein um elegant zu wirken.


Besondere Stricktechnik für Pullover und Strickkleider. (und so einen langen schlanken Hals hätte ich auch gern ;-)


Ein Ausstellungsraum zeigt nahezu eine ganze Kollektion (weiss jedoch nicht mehr aus welchem Jahr). Es überwiegt ein schwarzer Wollstoff - ähnlich wie ein Mantelvelour. Daraus wurden Jacken, Kleider, Mäntel gefertigt. 

Hier der skulpturale Ansatz der damaligen Kollektion mit ausgeprägter Rückenpartie.


außenliegende Abnäher bei einer Jacker, aber auch bei Kleidern waren zu sehen. Durch den dicken Stoff haben die eine interssante plastische Wirkung.


Diese Nahtführung - wow!



Hier wurde das Thema Stoff nochmals aufgegriffen. Die Kleider dieser Kollektion wurden durch ein Teppichmuster inspiriert, dass dann auf den Stoff übertragen wurde.



Mein Fazit
Ich freue mich sehr, dass ich Gelegenheit hatte, die Ausstellung anzusehen. 
 Aus meiner Sicht wird jedoch jede Menge Potential verschenkt. 

Mode und Design lebt vom Stoff - man durfte keine Stoffe anfassen. Warum gibt es keine Stoffmuster, die für Besucher fühlbar sind?
Ähnlich bei den Parfümflakons - weder konnte man die Flakons anfassen um das Gewicht zu erspüren noch konnte man riechen.  
Das Innenleben der Kleider wird nicht gezeigt (außer bei Herrensakkos) Gerade im Innenleben  zeigt sich schlaues Design. Da hätte ich gern ein Exponat auf links gesehen oder eben Fotos dazu. 
 

Auf jeder der drei Ausstellungsebene gab es eine oder zwei Video-Installationen - die Erklärungen dazu waren kaum vorhanden oder sehr dürftig. Zudem zog sich durch das ganze Haus ein fortwährender Klangteppich aus spährischer Musik. Von echter Kunst habe ich keine Ahnung, kann sein, dass genau dies künstlerisch wertvoll ist. Der Sinn der Musik hat sich mir nicht erschlossen.  

Ich habe erst nach meinem Besuch in den Presseberichten zur Ausstellung und den Interviews, die Jil Sander kürzlich geben hat, erfahren was die Ausstellung bezweckt und warum manche Dinge so und nicht anders gemacht wurden. Schade eigentlich, dass man sich erst belesen sollte, um die Ausstellung zu verstehen.  Ok vielleicht ist das wie bei der Oper - da sollte man die Handlung auch unbedingt vorher durchlesen. Ich liebe Opern, vielleicht bin ich zu streng mit Ausstellung ;-)


Das Museum 
Das Museum für angewandte Kunst in Frankfurt hat einen wunderbar modernen, lichtdurchfluteten Bau. Man hat immer wieder schöne Ausblicke auf den Main und den umliegenden Park. 
Es gibt Schließfächer im Untergeschoss für die Taschen und Jacken. 
Fotografieren ist erlaubt! 
Ein gutes Cafe ist gleich gegenüber vom Ausgang - da kann man sich nach Auststellung stärken.

Und jetzt?
 Auf nach Frankfurt! 
Vorher eingie Berichte über die Ausstellung lesen und dann alles anschauen und genießen (wie in der Oper).


FAZ Inverview
FAZ Artikel
Hamburger Abendblatt Artikel 
Die Welt Artikel 

Die Ausstellung läuft bis Mai 2018 - da werden hoffentlich noch viele die Gelegenheit haben sie anzuschauen.

Mittwoch, 15. November 2017

Am Mainufer / MMM


Vor kurzem verbrachte einen Samstag in Frankfurt am Main. 
Ich besuchte die Jil Sander Ausstellung, auf die Nordendnaht auf ihrem Blog schon Wochen vorher hingewiesen hatte. Vielen Dank dafür, das wäre mir sonst entgangen.
Mittags traf ich mich mit Frau Nordendnaht und wir verbrachten vergnügliche Stunden beim Bummel entlang des Main.


Wir nutzen das schöne Wetter auch für eine kurze Fotopause. Ist doch immer schön, wenn zwei Bloggerinnen sich fotografieren. Da kann man sich sicher sein, dass nochmal der Stoff glatt gestrichen wird oder der Hinweis kommt man solle das Standbein wechseln, damit es auf dem Foto besser rüber kommt. 

Im spätherbstlichen Wetter trug ich meinen roten Mantel (jetzt hängt er im Schrank - es ist inzwischen zu kalt dafür) und zusammen mit dem türkisen Mantel von Frau Nordendnaht leuchteten wir beide in der Sonne.


Dazu trug ich meine neu Hose aus dunkelblauem Wollstoff und ein Rollishirt in koralle aus einem leichen Baumwolljersey.

Der Wollstoff hat ein leichtes Karo in ähnlichen Farben.


Am Mainufer sammelte ich noch einige Fotoimpressionen ein.

Vormittags war es noch diesig und eher grau trüb, was für mich auch einen besonderen Charme hat. 
Richtige Novemberstimmung. 



Zum Sonnenuntergang zeigte sich die Stadt dann von ihrer freundlichen Seite und zahlreiche Passanten bummelten am Main entlang und auf den Brücken.


Hier nochmal mein MeMade-Mittwoch Outift aus dunkelblauer Wollhose (wie immer gefüttert) und Rollkragenshirt in koralle.Das Shirt nähte ich schon Frühjar, die Hose ist im Oktober entstanden.

Stoffverbrauch Hose: 1,30 m Wollstoff, 1,10 m Wirkfutter. Stoffverbrauch Rollkragenshirt: 1,00 m. Beide Teile sind aus neugekauftem Stoff - im Jahr der Stoffdiät darf ich durchaus neue Stoffe kaufen, wenn es im Rahmen bleibt. Beim November-Update der Stoffdiät könnt Ihr Euch noch bis Montag verlinken.

Zur Jil Sander-Austellung will ich noch separat berichten. Ich hoffe, das schaffe ich, bevor ich am Freitag abend nach Köln zum Nähblogger-Treffen fahre. Hach was freue ich mich schon darauf!

Zum MMM Laufsteg geht es hier entlang. Vielen Dank für die Organisation!
Heute tanzt Zusza  in einem schwingenden Kleid voran.


Mittwoch, 8. November 2017

Übermütig im Hoodie / MMM

Nachdem das Herzblatt bereits zwei schöne Hoodies hat und diese gern trägt, nähte ich mir auch einen Hoodie. So eine Kapuze am Hals ist muckelig warm, das gefällt mir. 

Und so kamen zwei Lagerstoffe unter die Nadel, von jedem Stoff hatte ich zuwenig für ein eigenständiges Projekt, nun haben sich türkiser Baumwolljersey und brauner Sweat gefunden. 


Ich bin der Skulptur im kleinen Park auf die Schultern gestiegen - "Der Melker" hat nicht protestiert - die Passanten allerdings waren irritiert ... tstssss tstssss


... und da waren sogar farblich passende Stricksocken an meinen Füßen. Gestrickt aus 8 fach Wolle, perfekt um die Schuhe auszupolstern, die sind leider etwas groß. 


Genäht ist der Pulli nach McCalls 6992 - die Kapuze stammt vom Schnitt Fehmarn, den ich auch schon für das Herzblatt genäht habe. Ich habe mich für den gebogenen Saum aus Modell D entschieden und das Shirt um 5 cm verlängert. 



Ich mag den sportlichen Look von Raglan-Schnitten. Wenn so ein Shirt nicht ganz faltenfrei um die Achseln / Brust sitzt, kann ich damit leben.



Beim Armbündchen musste ich farblich etwas improvisieren - jeansblau war im Lager.


Sagte ich schon, dass wir einen übermütigen Sonntag-Nachmittag hatten - 


... der Spaziergang mit Foto-Einlage war jedenfalls sehr vergnüglich für uns.




So ein Hoodie ist ein feines Teil! Ich will noch einen!

Stoffverbrauch: 1,60 m aus dem Lagerbestand. 
Den aktuellen Status der Stoffdiät gibt es hier. Das Linktool zur Stoffdiät ist noch 11 Tag geöffnet. 

Ich bin gespannt, was die anderen Damen auf dem MMM Laufsteg heute so zeigen. Bussiness oder Casual? Ganz egal, Hauptsache es gefällt der Trägerin. 
Vielen Dank dem Team vom MeMadeMittwoch für die Organisation! 

Montag, 6. November 2017

November: Update Stoffdiät 2017 / und ein Wunderding zum Stoffabbau

Zwei Monate sind vergangen, es wird Zeit für das nächste Update zur Stoffdiät 2017.
Ich freue mich immer sehr, wenn ich in Euren Post lese: Verbrauch x meter für die Stoffdiät - ha, da sind also noch etliche auf Spur.😊

Einige haben wir wohl im Laufe des Jahres verloren .... einige haben sich erst zwischendrin entschlossen. Alles ist in Ordnung. Jeder kann und sollte in seinem Tempo das Thema Stofflager angehen, alles andere funktioniert sowieso nicht.

Hier meine Bilanz für September und Oktober:

3 Kleider, 3 Hoodies, 1 Bluse, zwei Hosen, 1 Shirt und 1 Unterkleid.
Dazu kamen noch zwei Patchworkprojekte sowie einiges an Kleinkram. 

in Zahlen schlagen die Monate September und Oktober wie folgt zu Buche:

-19,50 m vernäht im September  
-21,10 m  m vernäht Oktober

-3,00 m verschenkt im September/Oktober  

+ 22,00 m Neukauf und Stoffgeschenke
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- 22,60 m Abgang aus dem Stofflager
- 108,45 m Stoffabbau Januar bis August
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 - 131,05 Stoffabbau in 2017
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Bis zum Jahresende schaffe ich hoffentlich die 150 Meter-Marke. Aber nur, wenn ich den Bestellfinger still halte und weiterhin diszipliniert beim Stoff-Kauf bin. 

Auf der Nähliste bis zum Jahresende stehen bei mir:
Wintermantel
Weihnachtskleid
2 Patchworkdecken
1 Hose
1 Sweatjacke
2 Röcke
2 Shirts


Das heutige Ergänzungsthema: 
Geschenke für Weihnachten, prima für Reste.

Zu diesem Thema habe ich einen heißen Tipp für Euch. 
Eine Kuchentasche. 



Ja genau. Kuchentasche. Darin lässt sich eine runde Springform sicher transportieren, viel schöner als die Plasitk-Monster, schnell genäht und ein perfektes Geschenk.
Stoffverbrauch: 40 bis 50 cm pro Tasche, genäht in knapp 30 Minuten.  

Gefunden habe ich die Kuchentasche nebst Anleitung auf dem Blog waseigenes
Inzwischen habe ich 9 Stück genäht. Eine ist schon verschenkt. Eine behalte ich. Eine bekommt meine Schwester. Und dann werden wohl etliche für anstehende Weihnachtsmärkte gestiftet. 


Ein wenig habe ich an der Anleitung noch rumgetüftelt weil das verstürzen der Stofflagen mit anschließendem Wenden durch die Wendeöffnung immer so eine Würgerei ist, die zum Stoffknittern führt und zum anderen die Stellen mit bis zu 12 Stofflagen etwas mühsam zu nähen sind.
Die Kuchentasche-Anleitung nach Kuestensocke schreibe ich den nächsten Tagen für Euch auf. 
Dann gibt es keine Ausreden mehr!!! 😏


Wie läuft es bei Euch? Kommt Ihr gut voran? Was sind Eure Pläne bis zum Jahresende? 

Ich freue mich auf jeden Beitrag von Euch. Ihr könnt Euch in den nächsten 14 Tagen in der Linkliste verlinken. 





Mittwoch, 1. November 2017

Alltagskleid / MMM

Das Motto beim heutigen MMM ist das Thema "Alltagskleidung". 
Die meisten meiner Nähstücke fallen in die Kategorie "Alltagskleidung" - im Gegensatz zu "Anlasskleidung". In meinem Leben gibt es nicht so viele Feste, Feiern oder Events, für die ich Anlasskleidung nähe. Meist geht es also darum, dass ich fünf Tage die Woche gut gekleidet im Büro auflaufen kann und für die beiden Tage am Wochenende entsprechend "nicht offizielle" Kleidung habe. 

Mein neues Kleid ist ein Alltagskleid im allerbesten Sinn. Das Herzblatt hat dem Kleid den Namen "Gouvernanten-Kleid" gegeben. Was meint Ihr? 



Verwendet habe ich den Schnitt Vogue 9019. Es war das "Probemodell" aus einem kratzigen Wollstoff in braun mit beigen Nadelstreifen. Ich hatte schon mal einen Rock aus diesem Stoff. Oberstoff und Futterkleid sind aus Bestandstoffen genäht und schlagen bei der Stoffidät mit 3,60 m zu Buche.


Teilungsnähte und die Anmutung von Schulterstücken - das gefällt mir an dem Kleid. Ich habe den Schnitt im Oberteil gekürzt und den Rock 5 cm verlängert. 



Für die Schulterstücke wählte ich Kontraststoff in blau und die Seitenteile im Schnitt schnitt ich quer zum Fadenlauf, so dass es nun senkrechte und wagerechte Streifen im Kleid gibt. 

Um Euch die Büro-Alltags-Tauglichkeit meines Kleides zu beweisen ....


funktioiert sehr gut mit Laptop ;-) 😏




Und wie man sieht, passt auch noch ein Unterkleid (hier in grau-blau) unter das figurbetonte Kleid. 

Die Fotos haben wir am Wochenende gemacht, es war zwar nach dem Sturm aber immer noch sehr winding. Ein kurzer Abstecher zum Strand zeigte uns gewaltige Wellen und der Strandhafer lag fast senkrecht auf der Düne. 


Mein Mantel hielt die steifen Brise nur bedingt gut ab. Ich brauche unbedingt einen wärmeren Mantel! Der steht gerade ganz oben auf meiner Nähliste.....


Nochmal kurz zurück zum Alltagskleid im Gouvernanten-Look. Auf diesem Foto sieht man die Struktur des Stoffes gut. Ich freue mich, dass ich den Stoff aus dem Lager einer so guten Verwendung zuführen konnte. 


Ich bin gespannt was die anderen Damen heute auf dem MMM Blog präsentieren - da gibt es wieder jede Menge Inspiration!